VSH für Versicherungsmakler: Pflicht, Mindestsummen und Rahmenvertrag

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Versicherungsmakler

Exklusiv rabattierte Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für STATUS-Partner

Weitere Information:

Was ist eine VSH für Versicherungsmakler?

Die Vermögensschadenhaftpflicht (VSH) ist die Berufshaftpflichtversicherung des Versicherungsmaklers. Sie zahlt, wenn ein Kunde durch einen Fehler bei Beratung oder Vertragsbearbeitung einen finanziellen Schaden erleidet, etwa durch zu niedrige Versicherungssummen oder eine versäumte Kündigung, und sie wehrt unberechtigte Schadenersatzforderungen ab.

Der Name grenzt sie von der normalen Betriebshaftpflicht ab: Diese deckt Personen- und Sachschäden, also den Kunden, der im Büro stürzt. Die VSH deckt reine Vermögensschäden, die ohne körperlichen Schaden entstehen. Für einen Makler sind das die typischen Risiken, denn sein Produkt ist die Beratung.

Ist die VSH für Versicherungsmakler Pflicht?

Ja. Seit dem 22. Mai 2007 erhält eine Erlaubnis als Versicherungsmakler nur, wer eine Berufshaftpflichtversicherung nachweist. Fehlt der Nachweis, ist die Erlaubnis zu versagen (§ 34d Abs. 5 GewO). Der Versicherer stellt dafür eine Versicherungsbestätigung für die IHK aus. Endet der Vertrag oder ändert er sich so, dass der Pflichtschutz nicht mehr besteht, muss der Versicherer das der IHK anzeigen (§ 13 VersVermV). Ohne gültige VSH droht damit der Widerruf der Erlaubnis.

Welche Mindestversicherungssumme gilt für Makler?

Die Verordnung nennt Grundbeträge und verweist für die Anpassung auf einen europäischen Regulierungsstandard nach Art. 10 Abs. 7 der IDD-Richtlinie. Die europäische Aufsicht EIOPA überprüft die Summen regelmäßig anhand der Inflation. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand. Die meisten Versicherer passen bestehende Verträge automatisch an. Eine neue Versicherungsbestätigung brauchen Sie in der Regel nur, wenn Sie den Versicherer wechseln.

Was deckt die VSH und was nicht?

Weil Beratungsfehler oft erst Jahre später auffallen, ist der Zeitpunkt entscheidend. Die meisten Verträge folgen dem Verstoßprinzip: Versichert sind Fehler, die während der Vertragslaufzeit passieren, auch wenn der Schaden erst nach Vertragsende gemeldet wird. Diesen Schutz nennt man Spätschadenschutz oder Nachhaftung. Für einen Makler, der seinen Bestand später verkauft oder in den Ruhestand geht, ist er besonders wichtig.

Was kostet eine VSH für Versicherungsmakler?

Pauschale Preise gibt es nicht. Der Beitrag richtet sich vor allem nach dem Umsatz, den versicherten Tätigkeiten, der Zahl der Mitarbeiter, der gewählten Versicherungssumme und dem Selbstbehalt. Wer neben Versicherungen auch Finanzanlagen nach § 34f GewO oder Immobiliardarlehen nach § 34i GewO vermittelt, braucht diese Tätigkeiten ausdrücklich mitversichert. Rahmenverträge von Verbänden und Maklerverbünden sind häufig günstiger als Einzelverträge, weil viele Makler gebündelt versichert werden.

Worauf sollten Makler bei der VSH achten?

Der VSH-Rahmenvertrag für STATUS-Partner

Die angeschlossenen Makler des STATUS Maklerverbunds erhalten eine Vermögensschadenhaftpflicht über einen Rahmenvertrag mit rabattierter Prämie. Versicherungsnehmer ist der jeweilige Partner, versichert sind alle zum Vertrag gemeldeten Personen, ein Selbstbehalt fällt nicht an. Eingeschlossen sind neben der Versicherungsvermittlung die rechtlich zulässige Honorarberatung, Finanzdienstleistungen nach § 34f GewO, sofern nicht überwiegend ausgeübt, weitere Vermittlungstätigkeiten wie Finanzierungen, Bausparen und Immobilien sowie Bürohaftpflicht und D&O für Leitungsorgane von Kapitalgesellschaften. Der Spätschadenschutz umfasst die Folgen aller Verstöße während der Vertragslaufzeit. Eine Rückwärtsversicherung für Verstöße vor Vertragsbeginn ist nicht möglich. Wer gerade erst den Weg zum Makler plant, findet alle Voraussetzungen im Ratgeber Versicherungsmakler werden.

Häufig gestellte Fragen zur VSH für Versicherungsmakler

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • § 34d GewO – Versicherungsvermittler, Versicherungsberater (Gewerbeordnung)
  • § 34f GewO – Finanzanlagenvermittler (Gewerbeordnung)
  • § 34i GewO – Immobiliardarlehensvermittler (Gewerbeordnung)
  • § 12 VersVermV – Umfang der Versicherung (Versicherungsvermittlungsverordnung)
  • § 13 VersVermV – Versicherungsbestätigung, Anzeigepflicht des Versicherungsunternehmens (Versicherungsvermittlungsverordnung)
  • Richtlinie (EU) 2016/97 – Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)

Gesetzestexte: Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. EU-Recht: EUR-Lex. Stand der Links: Oktober 2026.