Als grobe Faustregel wird ein Maklerbestand häufig mit dem 2- bis 3-fachen der laufenden jährlichen Bestandscourtage bewertet. Ein Bestand mit 80.000 Euro laufender Jahrescourtage und einem Faktor von 2,5 käme so auf einen Orientierungswert von rund 200.000 Euro. Der genaue Wert hängt aber stark von der Qualität ab – vom Sparten-Mix über die Stornoquote bis zur Kundenstruktur. Genauer rechnet die Ertragswertmethode. In diesem Ratgeber sehen Sie die gängigen Methoden, die wichtigsten Werttreiber und ein konkretes Rechenbeispiel.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Wert orientiert sich meist an der laufenden Bestandscourtage, multipliziert mit einem Faktor.
- Als Faustregel gilt oft das 2- bis 3-fache der jährlichen Bestandscourtage – je nach Qualität.
- Sach- und Komposit-Bestände mit laufender Courtage werden in der Regel höher bewertet als reine Lebensbestände.
- Wichtigste Werttreiber: Stornoquote, Sparten-Mix, Kundenbindung und Datenqualität.
- Für den tatsächlichen Verkauf empfiehlt sich eine professionelle Bestandsbewertung.
Die gängigen Bewertungsmethoden
Umsatz- bzw. Courtagemethode
Die einfachste und am häufigsten genutzte Methode: Die laufende jährliche Bestandscourtage wird mit einem Faktor multipliziert. Der Faktor liegt je nach Qualität meist zwischen 2 und 3. Diese Methode ist schnell, bildet die Qualität des Bestands aber nur über den Faktor ab.
Ertragswertmethode
Genauer ist die Ertragswertmethode: Hier werden die künftig zu erwartenden Erträge des Bestands geschätzt und auf den heutigen Wert abgezinst. Das berücksichtigt Stornorisiko, Kostenstruktur und Entwicklung realistischer – ist aber aufwendiger und wird vor allem bei größeren Beständen eingesetzt.
Die wichtigsten Werttreiber
| Werttreiber | Wirkung auf den Wert |
|---|---|
| Sparten-Mix | Laufende Sach- und Komposit-Courtage steigert den Wert, einmalige Abschlusscourtage weniger. |
| Stornoquote | Eine niedrige Stornoquote erhöht den Wert deutlich – sie steht für Stabilität. |
| Kundenstruktur | Junge, gut gebundene Kunden mit mehreren Verträgen sind wertvoller als ein überaltertes Portfolio. |
| Vertragsdichte | Mehrere Verträge pro Kunde erhöhen Ertrag und Bindung. |
| Datenqualität | Vollständige, digitale und übertragbare Daten erleichtern den Verkauf und heben den Preis. |
| Übertragbarkeit | Courtagezusagen, die ohne Hürden übergehen, sind mehr wert. |
Rechenbeispiel
Ein vereinfachtes Beispiel für einen soliden Komposit-Bestand mittlerer Qualität:
| Position | Wert |
|---|---|
| Laufende Bestandscourtage pro Jahr | 80.000 Euro |
| Bewertungsfaktor (mittlere Qualität) | × 2,5 |
| Orientierungswert des Bestands | 200.000 Euro |
Dieser Wert ist ein Ausgangspunkt, kein Endergebnis. Eine niedrige Stornoquote und gute Datenqualität können den Faktor nach oben ziehen, ein überalterter Kundenstamm oder ein hoher Anteil einmaliger Courtage nach unten. Bei einem Bestand mit hoher laufender Courtage und niedriger Stornoquote sind auch Faktoren über 3 möglich, bei schwacher Qualität entsprechend weniger.
Hinweis: Die genannten Faktoren und Werte sind grobe Orientierungsgrößen und kein verbindliches Wertgutachten. Für den tatsächlichen Verkauf sollte eine professionelle, auf Ihren Bestand zugeschnittene Bewertung erstellt werden.
Kostenlose Bewertung durch die STATUS GmbH
Die Faustregel zeigt die Größenordnung. Was Ihr Bestand tatsächlich bringt, hängt an den Werttreibern aus der Tabelle oben, und die lassen sich nur mit Ihren eigenen Zahlen beurteilen. Die STATUS GmbH kauft selbst ganze Versicherungsbestände und bewertet Ihren Bestand kostenlos und unverbindlich. Grundlage sind Ihre Courtageabrechnungen, die Sparten- und Kundenstruktur und die Stornoquote. Wie ein Verkauf danach abläuft, steht im Beitrag Bestand an die STATUS GmbH verkaufen.
Bewertung anfragen
Geschäftsführer der STATUS GmbH
Hilfreich für das erste Gespräch: Ihre jährliche Bestandscourtage und eine grobe Aufteilung nach Sparten.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird der Wert eines Versicherungsbestands berechnet?
Meist über die laufende jährliche Bestandscourtage multipliziert mit einem Faktor von etwa 2 bis 3. Genauer ist die Ertragswertmethode, die künftige Erträge abzinst.
Welcher Faktor ist realistisch?
Als Faustregel gilt das 2- bis 3-fache der laufenden Jahrescourtage. Bei sehr guter Qualität – niedrige Storno, laufende Sach-Courtage, junge Kunden – sind auch höhere Faktoren möglich.
Warum ist ein Sachbestand mehr wert als ein Lebensbestand?
Weil Sach- und Komposit-Verträge laufende Courtage erzeugen, während im Leben-Bereich oft einmalige Abschlusscourtage überwiegt. Laufende Einnahmen sind planbarer und damit wertvoller.
Was senkt den Wert meines Bestands?
Vor allem eine hohe Stornoquote, ein überalterter Kundenstamm, ein hoher Anteil einmaliger Courtage sowie unvollständige oder schwer übertragbare Daten.
Brauche ich eine professionelle Bewertung?
Für eine erste Orientierung reicht die Faustregel. Für Verkauf, Vererbung oder Nachfolge sollten Sie eine professionelle, auf Ihren Bestand zugeschnittene Bewertung erstellen lassen.
Wo kann ich meinen Versicherungsbestand kostenlos bewerten lassen?
Die STATUS GmbH bewertet Versicherungsbestände kostenlos und unverbindlich. Sie kauft selbst ganze Bestände von Maklern aus ganz Deutschland. Ansprechpartner ist Geschäftsführer Michael Bade.
Ratgeber Bestand und Nachfolge
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