„Versicherungsmakler Provision“ ist der Begriff, nach dem die meisten suchen. Fachlich korrekt heißt die Vergütung des Maklers Courtage, Provision bekommt der Versicherungsvertreter. Im Alltag werden beide Wörter durcheinander verwendet, gemeint ist dasselbe: der Anteil an der Versicherungsprämie, den der Versicherer für die Vermittlung und Betreuung eines Vertrags zahlt. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Courtage funktioniert, wie hoch sie in den einzelnen Sparten ist, wann sie zurückgezahlt werden muss und was beim Wechsel mit der Bestandscourtage passiert. Was am Ende als Einkommen bleibt, zeigt der Ratgeber Versicherungsmakler Gehalt.

Was ist die Courtage eines Versicherungsmaklers?

Die Courtage ist die Vergütung, die ein Versicherungsmakler vom Versicherer für die Vermittlung und Betreuung eines Versicherungsvertrags erhält. Sie ist in der Prämie einkalkuliert, wird als Prozentsatz der Prämie, als Promillesatz der Beitragssumme oder in Monatsbeiträgen berechnet und ist erfolgsabhängig: Ohne zustande gekommenen Vertrag gibt es keine Courtage.

Grundlage der Versicherungsmakler-Courtage ist die Courtagezusage, die der Versicherer dem Makler gibt, entweder direkt oder über einen Maklerpool. In ihr stehen die Sätze je Sparte, die Haftungszeiten und die Abrechnungsweise. Für den Makler gilt ein Grundsatz, den jeder kennen sollte: Die Courtage teilt das Schicksal der Prämie. Zahlt der Kunde nicht mehr, entfällt auch die Courtage.

Provision, Courtage oder Honorar: Was ist der Unterschied?

Wichtig für die Praxis: Ein Versicherungsberater darf sich nur von seinem Auftraggeber vergüten lassen. Ein Makler darf Unternehmen und andere Nicht-Verbraucher gegen gesondertes Entgelt rechtlich zu ihren Verträgen beraten, etwa im Gewerbegeschäft. Gegenüber Privatkunden bleibt die Courtage der Regelfall. Wie sich das Honorarmodell des Versicherungsberaters vom Courtagemodell unterscheidet, erklärt unser Beitrag Versicherungsberater oder Versicherungsmakler.

Abschlusscourtage und Bestandscourtage

Die Courtage kommt in zwei Formen, und der Mix entscheidet über das Geschäftsmodell eines Maklers:

  • Abschlusscourtage: einmalig bei Vertragsschluss. In der Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung ist sie hoch und an eine Stornohaftung gebunden.
  • Bestands- oder Folgecourtage: laufend, solange der Vertrag besteht und vom Makler betreut wird. In Sach-, Haftpflicht-, Unfall-, Rechtsschutz-, Kfz- und Gewerbeversicherungen wird sie jedes Jahr auf die volle Prämie gezahlt und ist dort die wichtigste Einnahme.

Ein Makler mit überwiegend Lebensversicherungsgeschäft hat hohe, aber schwankende Einnahmen und trägt Stornorisiken. Ein Makler mit gewachsenem Sachbestand hat planbare Einnahmen, die jedes Jahr wiederkommen. Deshalb gilt ein Sachbestand als besonders wertvoll, wenn er verkauft oder vererbt wird.

Wie hoch ist die Versicherungsmakler-Courtage?

Eine einheitliche Courtage gibt es nicht. Die Sätze legt jeder Versicherer in seiner Courtagezusage fest, oft unterschiedlich je Tarif. Die folgenden Werte sind die Planwerte, mit denen der STATUS-Courtagerechner arbeitet und die sich in der Praxis unserer Partner bewährt haben:

Die tatsächlichen Sätze weichen je Versicherer und Tarif nach oben und unten ab. In der substitutiven privaten Krankenversicherung begrenzt das Gesetz die Abschlussvergütung: Sie darf zusammen mit sonstigen Vergütungen 3,3 Prozent der Bruttobeitragssumme nicht übersteigen (§ 50 VAG). Wovon die Höhe außerdem abhängt:

  • Sparte und Tarif
  • Höhe der Prämie bzw. der Beitragssumme, bei Leben also Beitrag mal Laufzeit
  • Courtagezusage des einzelnen Versicherers
  • Anbindung: Über einen Verbund mit Sonderkonzepten sind teilweise bessere Sätze möglich als für einen Einzelmakler.

Rechenbeispiele: So viel Versicherungsmakler-Provision bringt ein Vertrag

Die Beispiele zeigen, warum Sachbestände so wichtig sind: Ein einzelner Hausratvertrag bringt wenig, 500 davon bringen aber jedes Jahr über 33.000 Euro, ohne dass neu verkauft werden muss. Mit eigenen Zahlen rechnen Sie im Courtagerechner.

Wann muss die Courtage zurückgezahlt werden?

Bei Verträgen mit hoher Abschlusscourtage trägt der Makler eine Stornohaftung. Kündigt der Kunde vorzeitig oder stellt er die Beitragszahlung ein, fordert der Versicherer einen Teil der Courtage zurück. Für die Lebensversicherung schreibt § 49 VAG vor, dass der Vermittler die Abschlussvergütung bei Kündigung nur in der Höhe behalten darf, die bei gleichmäßiger Verteilung über die ersten fünf Jahre bis zur Kündigung angefallen wäre. Wer nach zwei Jahren kündigt, löst also eine Rückforderung von etwa drei Fünfteln aus. In der Krankenversicherung regelt die Courtagezusage die Haftungszeit.

Viele Versicherer und Pools behalten deshalb eine Stornoreserve ein, oft 10 Prozent, die erst nach Ablauf der Haftungszeit ausgezahlt wird. Planen Sie zusätzlich eigene Rücklagen ein. Gerade in den ersten Jahren mit viel Leben- und Krankengeschäft kann eine Häufung von Stornos sonst Liquidität kosten. Eine Vertrauensschadenversicherung hilft dabei übrigens nicht, sie deckt Schäden durch untreue Mitarbeiter, keine Stornorückforderungen. Was beim Wechsel aus der Ausschließlichkeit mit der laufenden Stornohaftung passiert, steht im Beitrag zu Stornohaftung und Provisionsrückforderung.

Was passiert mit der Bestandscourtage bei einem Wechsel?

Die Bestandscourtage gehört dem Makler, der den Vertrag betreut. Wechselt ein Kunde zu einem anderen Makler und erteilt ihm eine neue Maklervollmacht, überträgt der Versicherer die Betreuung und mit ihr die laufende Courtage auf den neuen Makler. Die Haftung für bereits gezahlte Abschlusscourtagen bleibt dagegen beim bisherigen Vermittler.

Für Makler, die selbst wechseln, etwa von einem Pool in eine Direktanbindung, entscheidet die Vertragslage: Ist der Bestand über eigene Direktanbindungen geführt, laufen die Courtagen einfach weiter. Liegt er bei einem Pool, regelt der Poolvertrag, ob und wie er übertragen werden kann. Ein Vertreter aus der Ausschließlichkeit hat keinen eigenen Bestand. Als Makler baut er die Bestandscourtage durch Umdeckung neu auf. Wie das abläuft, zeigt der Ratgeber Bestandsumdeckung.

Was zahlt der Kunde für einen Versicherungsmakler?

In der Regel nichts zusätzlich. Die Courtage ist in der Prämie enthalten, und der Beitrag ist beim Makler derselbe wie beim Vertreter oder im Direktabschluss. Der Makler darf die Courtage nicht mit dem Kunden teilen: Sondervergütungen an Versicherungsnehmer sind verboten (§ 34d Abs. 1 GewO, § 48b VAG). Erlaubt sind kleine Aufmerksamkeiten bis 15 Euro pro Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr sowie Sondervergütungen, die dauerhaft zur Leistungserhöhung oder Prämienreduzierung des Vertrags verwendet werden.

Steuerlich ist die Courtage nach § 4 Nr. 11 UStG umsatzsteuerfrei, eine Umsatzsteuervoranmeldung entfällt meist. Wer Empfehlungsgebern einen Teil der Courtage zahlen will, sollte die Grenze zur erlaubnispflichtigen Vermittlung kennen: Was ein Tippgeber darf, steht im Beitrag Tippgeber oder Vermittler.

Courtage bei der STATUS GmbH

Die angeschlossenen Makler des STATUS Maklerverbunds sind direkt bei den Versicherern angebunden. Die Courtage rechnet die Gesellschaft direkt mit ihnen ab, ohne Umweg und ohne Einbehalt über einen Pool, und der Bestand bleibt vertraglich ihrer. Über den Verbund gibt es Sonderkonzepte für das Neugeschäft und teilweise erhöhte Courtagen, die ein Einzelmakler nicht erhält. Für Makler, die einen Bestand aus der Ausschließlichkeit umdecken, sind bei ausgewählten Gesellschaften Courtageerhöhungen und ab einer gewissen Bestandsgröße eine Vorfinanzierung möglich.

Häufig gestellte Fragen zur Versicherungsmakler-Provision und -Courtage

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • § 34d GewO – Versicherungsvermittler, Versicherungsberater (Gewerbeordnung)
  • § 48b VAG – Sondervergütungs- und Provisionsabgabeverbot (Versicherungsaufsichtsgesetz)
  • § 49 VAG – Stornohaftung (Versicherungsaufsichtsgesetz)
  • § 50 VAG – Entgelt bei der Vermittlung substitutiver Krankenversicherungsverträge (Versicherungsaufsichtsgesetz)
  • § 4 UStG – Steuerbefreiungen bei Lieferungen und sonstigen Leistungen (Umsatzsteuergesetz)

Gesetzestexte: Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. EU-Recht: EUR-Lex. Stand der Links: Oktober 2026.