In Kürze
- Was ein Maklerpool ist: ein Dienstleister zwischen Versicherungsmakler und Versicherern. Der Pool hat die Courtagevereinbarungen, der Makler bekommt Zugang zu Tarifen, Technik und Abwicklung, ohne bei jeder Gesellschaft selbst angebunden zu sein.
- Wovon er lebt: Die Gesellschaft zahlt die Courtage an den Pool, der Pool gibt den größten Teil an den Makler weiter und behält den Rest. Manche Pools verlangen zusätzlich Gebühren für Software oder Anbindung.
- Die wichtigste Vertragsfrage: Wem gehört der Bestand, und dürfen Sie ihn bei einer Trennung mitnehmen? Das regelt allein der Poolvertrag, nicht das Gesetz.
- Die Alternativen: eigene Direktvereinbarungen mit den Versicherern oder ein Maklerverbund, in dem Sie direkt angebunden bleiben und trotzdem Einkaufsvorteile und Service nutzen.
- Die Praxis: Viele Makler kombinieren Modelle, etwa Direktanbindungen für die Hauptgesellschaften und einen Pool für Spezialsparten.
Wer sich als Versicherungsmakler selbstständig macht oder aus der Ausschließlichkeit kommt, steht früh vor derselben Frage: Wie komme ich an die Tarife der Versicherer, wer rechnet meine Courtage ab, und wer hilft mir, wenn es kompliziert wird? Maklerpools sind die bekannteste Antwort darauf, aber nicht die einzige. Dieser Maklerpool Vergleich erklärt, wie ein Pool funktioniert, was er kostet, worin er sich von Maklerverbund, Direktvereinbarung und Haftungsdach unterscheidet und welche Fragen Sie vor der Unterschrift klären sollten. Wie der Weg in die Selbstständigkeit insgesamt aussieht, beschreibt der Ratgeber Versicherungsmakler werden.
Inhalt
Was ist ein Maklerpool?
Ein Maklerpool, oft auch Versicherungspool oder Poolgesellschaft genannt, ist ein Unternehmen, das die Geschäfte vieler Versicherungsmakler bündelt. Er schließt mit den Versicherungsgesellschaften Courtagevereinbarungen und stellt sie den angeschlossenen Maklern zur Verfügung. Der Makler schließt dafür einen Kooperationsvertrag mit dem Pool, nicht mit jeder einzelnen Gesellschaft. Sein Verhältnis zum Kunden ändert sich dadurch nicht: Er bleibt Makler, berät im Auftrag des Kunden und schuldet ihm die Beratung nach § 60 und § 61 VVG. Ein Pool macht niemanden zum gebundenen Vertreter.
Was ein Pool konkret leistet, unterscheidet sich stark. Typisch sind diese Bausteine:
- Zugang zu Tarifen: Anbindung an viele Gesellschaften über eine einzige Vereinbarung, oft auch an Versicherer, die Einzelmaklern ohne Mindestproduktion keine Direktanbindung geben.
- Technik: Vergleichsrechner, Maklerverwaltungsprogramm, Datenübernahme der Versicherer (GDV-Daten, digitale Maklerpost), Beratungsdokumentation.
- Abwicklung: Antragsprüfung, Policierung, Courtageabrechnung, auf Wunsch auch die Abrechnung von Untervermittlern.
- Fachliche Hilfe: Spezialisten für Gewerbe, betriebliche Altersversorgung, Leben und Kranken, Deckungskonzepte mit Sonderbedingungen.
- Weiterbildung: Schulungen, die für die Weiterbildungspflicht von 15 Stunden im Jahr nach § 34d Abs. 9 GewO angerechnet werden können.
Welche Arten von Maklerpools gibt es?
Hinter dem Wort „Maklerpool“ stehen sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle. Ein Maklerpool Vergleich beginnt deshalb mit der Frage, welches Modell überhaupt gemeint ist:
- Vollsortimenter: große Maklerpools mit Versicherungen aller Sparten, oft zusätzlich Investmentfonds, Baufinanzierung und Sachwerte. Sie bieten das breiteste Angebot, die Betreuung ist entsprechend standardisiert.
- Spezialpools: kleinere Maklerpools mit Schwerpunkt auf einzelnen Sparten, etwa Gewerbe, Kfz-Flotten oder Biometrie. Dort finden Sie tiefes Fachwissen und Sonderkonzepte, aber nicht jedes Produkt.
- Pools mit Assekuradeur-Funktion: Sie entwickeln eigene Deckungskonzepte, setzen sie mit einem Risikoträger um und übernehmen teils Policierung und Schadenbearbeitung.
- Investment-Pools: Ihr Kerngeschäft sind Finanzanlagen, oft mit Haftungsdach. Versicherungen sind das zweite Standbein.
- Genossenschaftliche Modelle: Die angeschlossenen Makler sind zugleich Mitglieder, wie bei der VEMA eG. Sie verhandeln wie eine Einkaufsgemeinschaft Rahmenkonditionen mit den Versicherern.
Maklerpool Kosten: Courtage, Gebühren und Stornoreserve
Der Maklerpool verdient an der Courtage. Die Versicherungsgesellschaft zahlt sie für den vermittelten Vertrag an den Pool, weil er ihr Vertragspartner ist. Der Pool reicht den vereinbarten Anteil an den Makler weiter und behält den Rest für seine Leistungen. Wie groß dieser Rest ist, steht in der Courtageliste des Pools, nicht in einer Pauschale. Ein Vergleich der Courtagesätze ist deshalb aussagekräftiger als der Blick auf Gebühren.
Daneben gibt es drei weitere Kostenquellen, die je nach Pool hinzukommen oder entfallen:
- einmalige oder laufende Anbindungs- und Mitgliedsgebühren,
- Lizenzkosten für Software, etwa für ein erweitertes Maklerverwaltungsprogramm oder Vergleichsrechner einzelner Sparten,
- Kosten für Zusatzleistungen wie Homepage, Marketing oder Fachberatung im Einzelfall.
Ein Maklerpool ohne Gebühren ist nicht automatisch günstiger. Wenn er mehr Courtage einbehält, zahlen Sie über jeden Vertrag. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Geschäftsmix: Wer überwiegend Sachversicherungen mit laufender Courtage vermittelt, bewertet eine Courtageliste anders als jemand, der vor allem Lebens- und Krankenversicherungen abschließt.
Provisionssätze im Maklerpool vergleichen
Im Sprachgebrauch ist oft von Provision die Rede, bei Maklern heißt die Vergütung korrekt Courtage. Gemeint ist dasselbe: der Anteil an der Versicherungsprämie, den die Gesellschaft für die Vermittlung zahlt. Die Provisionssätze eines Maklerpools stehen in seiner Courtageliste, getrennt nach Sparten und oft nach Abschluss- und Bestandsprovision. Vergleichen Sie nicht den höchsten Einzelsatz, sondern die Sätze in den drei bis vier Sparten, in denen Sie den größten Teil Ihres Umsatzes machen, und fragen Sie, wie sich diese Provisionssätze in den letzten Jahren entwickelt haben. Ein Pool, der Courtagen häufig senkt, kostet auf Dauer mehr als einer mit etwas niedrigeren, aber stabilen Sätzen.
Stornoreserve und Haftungszeit
Bei Lebens- und Krankenversicherungen zahlt die Gesellschaft die Abschlusscourtage meist sofort, obwohl der Kunde den Vertrag noch kündigen kann. In der Maklerwelt gilt der Grundsatz, dass die Courtage das Schicksal der Prämie teilt: Fällt der Vertrag in der Haftungszeit weg, wird die Courtage anteilig zurückgefordert. Pools sichern sich dagegen mit einer Stornoreserve ab, einem Teil der Courtage, der erst nach Ablauf der Haftungszeit ausgezahlt wird. Fragen Sie nach Höhe, Dauer und Verzinsung dieser Reserve und danach, was mit ihr passiert, wenn Sie den Pool verlassen. Wie Courtage in den einzelnen Sparten zusammenkommt, zeigt unser Courtagerechner.
Maklerpool Vergleich: Pool, Maklerverbund, Direktvereinbarung oder Haftungsdach?
Die vier Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Gesetzlich definiert ist keiner von ihnen, auch „Maklerverbund“ nicht. Entscheidend ist deshalb nicht das Etikett, sondern wie die Anbindung vertraglich aussieht. Die Tabelle zeigt die typische Ausprägung.
| Kriterium | Maklerpool | Maklerverbund mit Direktanbindung | Eigene Direktvereinbarung | Haftungsdach |
|---|---|---|---|---|
| Vertragspartner des Versicherers | der Pool | der Makler | der Makler | betrifft keine Versicherungen, sondern Finanzinstrumente |
| Courtagefluss | Versicherer → Pool → Makler | Versicherer → Makler | Versicherer → Makler | Institut → gebundener Vermittler |
| Bestand | wie im Poolvertrag geregelt | beim Makler | beim Makler | beim Institut bzw. nach Vertrag |
| Name auf der Police | meist der Pool | der Makler | der Makler | – |
| Mindestproduktion | meist keine | über den Verbund oft keine | bei vielen Gesellschaften verlangt | je nach Institut |
| Technik und Service | aus einer Hand | vom Verbund, Abrechnung je Gesellschaft | selbst organisieren | vom Institut |
| Konditionen | Poolcourtage abzüglich Einbehalt | Courtage der Gesellschaft plus Verbundkonzepte | Courtage der Gesellschaft | Provisionsteilung mit dem Institut |
| Aufwand für den Makler | gering | mittel | hoch | gering |
Direktvereinbarung
Bei einer Direktvereinbarung, auch Direktanbindung oder Courtagezusage genannt, schließen Sie selbst einen Vertrag mit der Gesellschaft. Sie bekommen eine eigene Vermittlernummer, stehen auf der Police und erhalten die Courtage ohne Umweg. Der Bestand ist eindeutig Ihrer. Der Preis dafür ist Arbeit: jede Gesellschaft einzeln anbinden, Abrechnungen aus vielen Quellen zusammenführen, Daten selbst importieren. Dazu kommt, dass viele Versicherer eine Direktanbindung erst ab einer bestimmten Produktion oder Bestandsgröße vergeben.
Maklerverbund
Ein Maklerverbund ist ein Zusammenschluss von Versicherungsmaklern, der gemeinsam Konditionen verhandelt und Service bündelt. Wie das umgesetzt wird, unterscheidet sich. In der Cash.-Hitliste 2026 werden etwa DEMV und die vfm Gruppe ausdrücklich als Maklerverbund eingeordnet, ihr Modell unterscheidet sich aber deutlich voneinander. Bei einem Verbund mit Direktanbindung bleibt der Makler Vertragspartner der Gesellschaft, steht auf der Police und rechnet direkt mit ihr ab. Der Verbund sorgt für Anbindung ohne Mindestproduktion, Sonderkonzepte, Technik und fachliche Unterstützung. Viele Verbünde finanzieren sich über Gebühren oder Beiträge statt über einen Courtage-Einbehalt. Was das bei STATUS konkret heißt, steht auf der Seite Maklerverbund.
Haftungsdach
Der Begriff taucht in Poolvergleichen häufig auf, gehört aber zur Anlageberatung. Wer Finanzinstrumente wie Wertpapiere vermitteln will, ohne selbst eine Erlaubnis als Wertpapierinstitut zu haben, kann als vertraglich gebundener Vermittler unter das Haftungsdach eines Instituts schlüpfen (§ 3 Abs. 2 WpIG, bei Kreditinstituten § 2 Abs. 10 KWG). Für die Vermittlung von Versicherungen spielt das keine Rolle, dort brauchen Sie als Makler immer eine eigene Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO. Viele große Pools betreiben aber ein Haftungsdach als zusätzliche Sparte.
Vor- und Nachteile eines Maklerpools
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Zugang zu vielen Gesellschaften über einen Vertrag, auch ohne Mindestproduktion | Bestand und Courtagefluss hängen am Pool, die Rechte daran regelt nur der Vertrag |
| Technik, Vergleichsrechner und Verwaltungsprogramm ohne eigene Lizenzen | Courtage oft niedriger als bei eigener Direktvereinbarung |
| Abrechnung, Policierung und Datenübernahme aus einer Hand | Name des Pools statt Ihres Namens auf vielen Policen |
| Fachliche Unterstützung bei Gewerbe, bAV und Spezialsparten | Abhängigkeit von Wirtschaftslage und Ruf des Pools |
| Schneller Start für neue Makler und Umsteiger | Wechsel und Bestandsübertragung können aufwendig sein |
Keiner dieser Nachteile ist zwingend. Seriöse Pools sichern Ihnen den Bestand vertraglich zu, zahlen wettbewerbsfähige Courtagen und haben ein stabiles Fundament. Ob das so ist, steht im Vertrag und in den Zahlen, nicht in der Werbung. Dafür ist die Checkliste im nächsten Abschnitt gedacht.
Checkliste für den Maklerpool Vergleich: zwölf Fragen vor der Anbindung
Die Größe eines Maklerpools sagt wenig darüber, ob er zu Ihnen passt. Große Pools haben meist das breiteste Angebot, kleinere sind oft auf wenige Sparten spezialisiert und dort sehr stark. Prüfen Sie jeden Kandidaten mit denselben zwölf Fragen und lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.
- Bestand: Gehört der Bestand vertraglich Ihnen? Dürfen Sie ihn bei Kündigung zu einem anderen Pool oder in eine Direktanbindung übertragen, und wer trägt den Aufwand?
- Courtage: Wie hoch sind die Sätze in Ihren wichtigsten Sparten, und wie oft wurden sie in den letzten Jahren geändert?
- Gebühren: Welche einmaligen und laufenden Kosten fallen an, auch für Software und Zusatzleistungen?
- Stornoreserve: Wie viel wird einbehalten, wie lange, und wird sie bei Vertragsende ausgezahlt?
- Mindestumsatz: Gibt es Vorgaben für Produktion oder Bestand, und was passiert, wenn Sie sie nicht erreichen?
- Exklusivität: Verbietet der Vertrag die Zusammenarbeit mit anderen Pools oder Direktanbindungen?
- Kündigung: Welche Fristen gelten für beide Seiten, und laufen Bestandscourtagen nach einer Trennung weiter?
- Police: Steht Ihr Name oder der des Pools auf den Policen und in der Korrespondenz mit dem Kunden?
- Daten: Wem gehören die Kundendaten im Verwaltungsprogramm, und bekommen Sie sie bei einer Trennung vollständig exportiert?
- Technik: Welche Rechner und welches Maklerverwaltungsprogramm gibt es, was kosten sie, und wie gut funktioniert die Datenübernahme der Versicherer?
- Service: Wer ist Ihr persönlicher Ansprechpartner, und gibt es Spezialisten für Gewerbe, bAV und Leben/Kranken?
- Stabilität: Wie lange gibt es den Pool, wer steht dahinter, und wie entwickeln sich Rohertrag und Ergebnis laut öffentlichen Zahlen?
Maklerpool Test und Erfahrungen: Was taugen sie?
Einen Maklerpool Test wie bei Verbraucherprodukten gibt es nicht. Was als Test oder Testsieger bezeichnet wird, sind meist Umfragen unter Maklern (siehe Marktüberblick) oder Auszeichnungen einzelner Magazine. Sie zeigen, wie zufrieden viele Makler im Schnitt sind, sagen aber wenig über Ihren Fall. Aussagekräftiger sind die Erfahrungen von Maklern, die schon angebunden sind. Fragen Sie konkret nach Abrechnungstempo, Erreichbarkeit des Ansprechpartners und nach Erfahrungen mit Bestandsübertragungen, denn dort zeigt sich, wie ein Maklerpool im Ernstfall arbeitet. Viele Pools bieten zudem einen Testzugang zu Rechnern und Verwaltungsprogramm an, mit dem Sie die Technik vor der Anbindung ausprobieren können.
Mehrere Maklerpools parallel und der Wechsel des Pools
Viele Makler arbeiten mit mehr als einer Anbindung: zum Beispiel direkt mit den drei, vier Gesellschaften, bei denen der größte Teil ihres Bestands liegt, und über einen Maklerpool für Sparten, die sie seltener vermitteln. Das ist erlaubt, sofern der Poolvertrag keine Exklusivität verlangt. Der Nachteil sind mehrere Abrechnungen und mehrere Systeme, die Sie zusammenführen müssen.
Wollen Sie den Pool wechseln oder Verträge in eine Direktanbindung holen, läuft das über eine Bestandsübertragung. Der Kunde bestätigt mit einer neuen Maklervollmacht, dass Sie ihn weiter betreuen, und die Gesellschaft überträgt den Vertrag auf Ihre neue Vermittlernummer. Ob dafür die Zustimmung des bisherigen Pools nötig ist, regelt wieder der Poolvertrag. Laufende Haftungszeiten bleiben beim bisherigen Vermittler. Verträge in der Stornohaftung werden deshalb meist erst nach deren Ablauf übertragen. Wie eine geplante Umdeckung eines ganzen Bestands abläuft, beschreibt der Ratgeber Bestandsumdeckung.
Maklerpools in Deutschland: die größten Pools nach der Cash.-Hitliste
Die bekannteste Rangliste der Maklerpools in Deutschland ist die jährliche Hitliste des Fachmagazins Cash. Sie beruht auf Angaben der Unternehmen und sortiert seit einigen Jahren nach dem Rohertrag, also grob dem Umsatz abzüglich der an die Vermittler weitergeleiteten Provisionen. 23 Unternehmen haben für die Ausgabe 2026 Zahlen geliefert. Die ersten fünf Plätze:
| Platz | Unternehmen | Rohertrag 2025 | Provisionserlöse 2025 | Angebundene Vermittler |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fonds Finanz | 84,1 Mio. € | 375,0 Mio. € | 31.000 |
| 2 | Jung, DMS & Cie. | 71,9 Mio. € | 224,6 Mio. € | 16.000 |
| 3 | Blau Direkt | 63,4 Mio. € | 317,0 Mio. € | 1.400 Makler / 12.000 Untervermittler |
| 4 | Netfonds | 54,4 Mio. € | 130,8 Mio. € | über 5.000 |
| 5 | Verticus | 22,1 Mio. € | 61,8 Mio. € | 380 |
Quelle: Cash.-Hitliste Maklerpools 2026 (Cash. 9/2026), Angaben der Unternehmen. Die vollständige Liste mit allen 23 Teilnehmern steht auf cash-online.de.
Auffällig: Die größten Maklerpools wachsen seit Jahren, im Geschäftsjahr 2025 meldeten die ersten fünf jeweils zweistellige Zuwächse beim Rohertrag. Auf den Plätzen 10 und 11 stehen mit dem DEMV und der vfm Gruppe zwei Unternehmen, die Cash ausdrücklich als Maklerverbund führt. Die Liste misst Größe, nicht Qualität. Wie zufrieden Makler mit ihren Pools sind, erheben Umfragen wie der AssCompact AWARD „Pools & Dienstleister“ oder „Maklers Lieblinge“ von procontra. Dort liegen seit Jahren Fonds Finanz, VEMA, blau direkt und der DEMV vorn, die Reihenfolge wechselt je nach Jahr und Sparte. Den besten Maklerpool für alle gibt es deshalb nicht. Für Ihre Entscheidung zählen am Ende nicht Rangplätze, sondern die Antworten auf die zwölf Fragen der Checkliste.
Was passiert, wenn der Maklerpool insolvent wird?
Die Versicherungsverträge Ihrer Kunden sind von der Insolvenz eines Maklerpools nicht betroffen, sie bestehen bei der Gesellschaft weiter. Betroffen sind Sie als Makler: Courtagen, die der Pool schon erhalten, aber noch nicht weitergeleitet hat, sind in der Regel nur noch eine Forderung im Insolvenzverfahren. Dasselbe gilt für eine einbehaltene Stornoreserve. Was mit den Bestandsrechten geschieht, hängt vom Poolvertrag ab, und Insolvenzverwalter versuchen erfahrungsgemäß, Bestände zu verwerten.
Absichern können Sie sich vor allem vertraglich: mit einer klaren Regelung, dass die Bestandsrechte bei Ihnen liegen, mit einem Recht auf Übertragung ohne Zustimmungsvorbehalt und mit kurzen Abrechnungsintervallen, damit wenig Courtage beim Pool liegt. Wer direkt angebunden ist, hat dieses Risiko nicht, weil die Courtage gar nicht über einen Dritten fließt.
Wo die STATUS GmbH steht
Damit Sie diesen Ratgeber richtig einordnen können: Die STATUS GmbH aus Regensburg ist selbst Anbieter in diesem Markt, und zwar als Maklerverbund mit Direktanbindung, nicht als klassischer Pool. Unsere mehr als 550 angeschlossenen Makler haben eigene Direktanbindungen bei den Gesellschaften. Sie stehen selbst auf der Police, die Courtage rechnet die Gesellschaft direkt mit ihnen ab, und ihr Kundenbestand ist vertraglich geschützt und bleibt bei ihnen. Mindestumsatzvorgaben der Versicherer entfallen über den Verbund. Für Gesellschaften, an die keine Direktanbindung besteht, ist die Anbindung über einen digitalen Poolpartner möglich.
Dazu kommen Sonderkonzepte für das Neugeschäft, ein Rahmenvertrag für die Vermögensschadenhaftpflicht, das Maklerverwaltungsprogramm für Partner, Vergleichsrechner, ein Kompetenzcenter für Firmenkunden und bAV, Regionalbetreuer vor Ort und die STATUS Akademie. Ein Schwerpunkt ist die Begleitung beim Wechsel aus der Ausschließlichkeit mit Umdeckungskonzept und, ab einer gewissen Bestandsgröße, Vorfinanzierung. In der Fairness-Studie von FOCUS-MONEY Versicherungsprofi und ServiceValue erhielt STATUS 2019 und 2023 das Gesamturteil „Sehr gut“. Den vollständigen Leistungsumfang zeigt das Leistungspaket.
Häufig gestellte Fragen zum Maklerpool
Was ist der Unterschied zwischen Maklerpool und Maklerverbund?
Beim Maklerpool ist der Pool Vertragspartner der Versicherer, die Courtage fließt über ihn, und die Bestandsrechte regelt der Poolvertrag. Bei einem Maklerverbund mit Direktanbindung ist der Makler selbst Vertragspartner, steht auf der Police und rechnet direkt mit der Gesellschaft ab. Der Verbund liefert Konditionen, Technik und Service. Gesetzlich definiert sind beide Begriffe nicht, deshalb zählt der Vertrag.
Was kostet ein Maklerpool?
Die meisten Pools finanzieren sich über einen Anteil an der Courtage, den sie einbehalten. Je nach Anbieter kommen Anbindungs-, Mitglieds- oder Softwaregebühren hinzu. Ein Pool ohne Gebühren kann trotzdem teurer sein, wenn er mehr Courtage einbehält. Vergleichen Sie deshalb die Courtagelisten in Ihren wichtigsten Sparten.
Gehört mir mein Bestand, wenn ich über einen Pool vermittle?
Das regelt allein der Poolvertrag. Viele Pools sichern Maklern den Bestand vertraglich zu und erlauben die Übertragung bei Kündigung. Andere behalten sich Zustimmung oder Bedingungen vor. Lassen Sie sich die Regelung vor der Anbindung schriftlich zeigen.
Kann ich mit mehreren Maklerpools gleichzeitig arbeiten?
Ja, sofern der Poolvertrag keine Exklusivität vorschreibt. Viele Makler kombinieren Direktanbindungen für ihre Hauptgesellschaften mit einem Pool für seltenere Sparten. Der Nachteil sind mehrere Abrechnungen und Systeme.
Brauche ich als Makler im Pool eine eigene Erlaubnis?
Ja. Als Versicherungsmakler brauchen Sie immer eine eigene Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO mit Sachkundenachweis und Vermögensschadenhaftpflicht sowie den Eintrag im Vermittlerregister. Ein Pool ersetzt die Erlaubnis nicht.
Was passiert mit meiner Courtage, wenn der Pool insolvent wird?
Noch nicht ausgezahlte Courtagen und einbehaltene Stornoreserven sind dann meist nur Forderungen im Insolvenzverfahren. Die Verträge Ihrer Kunden bleiben bestehen. Vertragliche Bestandsrechte und kurze Abrechnungsintervalle begrenzen das Risiko, eine Direktanbindung schließt es aus.
Welcher ist der größte Maklerpool in Deutschland?
Nach der Cash.-Hitliste 2026, die nach Rohertrag sortiert, liegt Fonds Finanz vorn, vor Jung, DMS & Cie. und Blau Direkt. Die Liste misst Größe, nicht Qualität oder Passung für Ihr Geschäft.
Lohnt sich ein Maklerpool für Einsteiger?
Für den Start oft ja, weil er Zugang zu vielen Gesellschaften ohne Mindestproduktion bietet und Technik mitbringt. Achten Sie aber von Anfang an auf die Bestandsrechte, denn ein späterer Wechsel ist umso aufwendiger, je größer der Bestand ist. Ein Maklerverbund mit Direktanbindung verbindet beides: eigener Bestand von Tag eins und Unterstützung im Hintergrund.
Sie suchen die passende Anbindung? Im Erstgespräch zeigen wir, wie der Maklerverbund der STATUS GmbH mit Direktanbindung und eigenem Bestand funktioniert und ob er zu Ihrem Geschäft passt.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 34d GewO – Versicherungsvermittler, Versicherungsberater (Gewerbeordnung)
- § 60 VVG – Beratungsgrundlage des Versicherungsvermittlers (Versicherungsvertragsgesetz)
- § 61 VVG – Beratungs- und Dokumentationspflichten des Versicherungsvermittlers (Versicherungsvertragsgesetz)
- § 2 KWG – Ausnahmen (Abs. 10: vertraglich gebundene Vermittler) (Kreditwesengesetz)
- § 3 WpIG – Ausnahmen (Abs. 2: vertraglich gebundene Vermittler) (Wertpapierinstitutsgesetz)
- Vermittlerregister – öffentliches Register der Versicherungsvermittler (DIHK)
Gesetzestexte: Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. EU-Recht: EUR-Lex. Stand der Links: Oktober 2026.